Ev. luth. Epiphanias Kirchengemeinde

DIE SCHÖPFUNG BEWAHREN – EIN EXEMPEL STATUIEREN

Die Epiphaniasgemeinde ist eine evangelisch-lutherische Kirchengemeinde am nordöstlichen Stadtrand von Hannover. Sie entstand 1957 im Rahmen der Bebauung des heutigen Gemeindegebietes und umfasst mit etwa 6.000 Gemeindegliedern den Bereich des Stadtteils Sahlkamp. Dieser ist gekennzeichnet durch eine hohe Anzahl an Wohnungen mit Belegrecht und damit in Teilen ein “sozialer Brennpunkt“. Der Migranten- und Aussiedleranteil ist hoch, der Anteil an Kindern und Jugendlichen ebenfalls überdurchschnittlich.

Taufstein

Die Gebäude der Gemeinde sind in einem großen Viereck angelegt, so dass in der Mitte ein grüner Innenhof an die Höfe von Klosteranlagen erinnert. Die Gemeinde ist geprägt von Aktivitäten vieler verschiedener Gruppierungen, die sich bei kleineren und größeren Veranstaltungen und Festen begegnen. Das rege Gemeindeleben füllt die zahlreichen Räume. Ein Schwerpunkt ist auch das soziale Engagement im Stadtteil.

Anfang der neunziger Jahre begann eine Gruppe aus der Gemeinde, Aktivitäten im Umweltbereich zu entwickeln. Die Idee der Beteiligung am entstehenden Öko-Technik-Park wurde geboren und an den Kirchenvorstand herangetragen. Sie wurde aufgenommen, weiterentwickelt und mitgetragen. Im April 1997 beschloss die Gemeinde den Beginn der Maßnahmen.

Ein besonderes Anliegen der Kirchengemeinde war und ist es, in dieser Form zur Bewahrung der Schöpfung beizutragen (1. Buch Mose, Kapitel 2,15). Die Ziele liegen zum einen darin, die natürlichen Ressourcen zu schonen, zum anderen, Christen die Verantwortung für die gesamte Schöpfung wieder bewusst zu machen.

Im zentralen Teil des kirchlichen Projektes – der leicht in die Erde versenkten Taufkapelle mit unterliegender Regenwasserzisterne und Photovoltaikdach – sind alle Elemente der Schöpfung direkt mit dem Zeichen der christlichen Taufe in Verbindung gebracht. Die Welt soll für die Kinder, die wir taufen, lebenswert, reich und schön erhalten werden.

Mosaik in der Eingangshalle

Taufe zwischen Wasser...

Das Fundament der Taufkapelle wurde aus wasserdichtem Beton als Regenwasserzisterne angelegt. Aus dem Wasser der Regenwasserzisterne ragt der Taufstein empor.

Das Regenwasser von einer Hälfte des Kirchendachs und vom Dach der Kapelle fließt zur Filterung in eine Versickerungsmulde aus sandigem Mutterboden neben der Kapelle. Das Überschusswasser versickert unterhalb der Mulde in einer Kiesrigole. Das gereinigte Sickerwasser sammelt sich in der 16 Kubikmeter fassenden Regenwasserzisterne unter der Kapelle und wird von dort über eine Tauchpumpe in einen Zwischenbehälter gefördert. Die Rigole reinigt das Regenwasser so gut, dass auf dem Zisternengrund keine Ablagerungen sichtbar werden. Zwei Toiletten und zwei Urinale werden mit diesem Regenwasser versorgt.

Die Anlage liefert den Spülwasserbedarf der Gemeindetoiletten von ca. 140 Kubikmetern Wasser pro Jahr.

...und Sonne

Das Dach der Kapelle hat eine Wärmeschutzverglasung. Auf diesem Dach ist eine transparente Photovoltaikanlage angelegt, die bei Sonnenschein ein rasterförmiges Kreuzmuster auf den Boden der Kapelle wirft. Dafür wurden vier Solarmodule mit je 78 Solarzellen in Kreuzform angeordnet. Dieses Kreuz wird von zehn Solarmodulen mit je 144 Solarzellen eingerahmt. Die Gesamtleistung der Anlage beträgt 2,34 kWp. Der erwartete Jahresertrag von ca. 1.800 kWh wird an die Stadtwerke Hannover AG verkauft.

Die Taufkapelle
Projekte der  
 Epiphanias Kirche
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