PROJEKTE DER EPIPHANIAS

Neben dem Neubau der Taufkapelle mit Regenwasserzisterne und Photovoltaikanlage hat die Epiphanias-Gemeinde verschiedene andere ökologische Projekte zur Einsparung von Wasser und Energie realisiert. Unter anderem gibt es eine Grauwasseranlage mit einem vier Quadratmeter großen Schilfbeet, das im Gegensatz zur großen Anlage bei den Gebäuden der Deutschen BauBeCon AG nur für eine Wohneinheit vorgesehen ist, energiesparende Beleuchtungsanlagen in den Gemeinderäumen und der Kirche, Trenntoiletten und verschiedene energetische Anlagen, um den Wärme- und Energieverbrauch zu senken.

Das kleine Schilfbeet
Eine Trenntoilette

Sparsam spülen

In der Epiphanias-Kirchengemeinde wurden drei Mietwohnungen mit Trenntoiletten ausgestattet. Bei dieser in den skandinavischen Ländern schon länger bekannten Toilettenform ist das Toilettenbecken durch einen Steg in einen hinteren und einen vorderen Bereich unterteilt. Bei der Betätigung des kleinen Spülknopfes wird der vordere Bereich mit 0,25 Liter Wasser gespült. Drückt man den großen Spülknopf, wird das gesamte Becken mit drei bis sechs Litern Wasser gespült. So kann mit der Trenntoilette 60 Prozent des Wassers für die Toilettenspülung eingespart werden. Das sind bei einem Vierpersonenhaushalt im Jahr ca. 30 Kubikmeter Trinkwasser.

Zusätzlich können bei einer Trenntoilette die Abwasserströme getrennt werden. Speichert man den separierten Urin, erhält man wegen der hohen Stickstoffkonzentration einen Dünger von sehr hoher Qualität, der direkt als Flüssigdünger verwendet werden kann.

Warmes Wasser vom Dach

Auf den Dächern der Epiphanias-Kirchengemeinde wurden vier Speicherkollektoren für vier Mietwohnungen angebracht. Speicherkollektoren sind Solaranlagen zur Erwärmung von Trinkwasser. Im Gegensatz zu herkömmlichen Solaranlagen mit Wärmetauschern und separatem Speicher ist der Speicherkollektor eine Einheit aus Speicher und Kollektor.

Diese Anlage wird direkt an die Kaltwasserleitung angeschlossen. Im Innenraum des Kollektors lenken Reflektoren das einfallende Sonnenlicht auf einen integrierten Wasserspeicher mit einem Volumen von 140 Litern. Das Trinkwasser wird dort je nach Sonneneinstrahlung vorerwärmt. Am höchsten Punkt des Speichers wird das warme Wasser dem Speicher entnommen und zu einem elektronisch geregelten Durchlauferhitzer geführt, der das Warmwasser falls notwendig auf die gewählte Auslauftemperatur weiter erwärmt. Dadurch, dass die Speicherkollektoren die dezentrale Warmwasserbereitung in der Gemeinde unterstützen, kann der zentrale Ölheizkessel im Sommer ganz abgestellt werden.

Speicherkollektor

Kostengünstiges Warmwasser durch die Nutzung einer Wärmepumpe

Wärmepumpe

In den Gebäuden der Epiphanias-Kirchengemeinde ist auch ein Kindergarten untergebracht. Im Sommer liefert eine Wärmepumpe das Warmwasser für diesen Kindergarten. Dafür wurde außen am Gebäude eine Rohrschlange angebracht. Vergleichbar mit einem Kühlschrank, der Wärme von innen nach außen transportiert, nutzt die Wärmepumpe die höhere Temperatur der Umgebung zur Erwärmung des Wassers. Sie transportiert also umgekehrt Wärme über die (gegenüber der Umgebung kalten) Rohrschlange von außen nach innen.

Die Leistungszahl gibt an, wie viele Kilowattstunden (kWh) Strom die elektrisch angetriebene Wärmepumpe benötigt, um eine bestimmte Menge an Wärme zu erzeugen. Mit einer Leistungszahl von über vier erzeugt die Wärmepumpe das Warmwasser etwa für ein Drittel des Preises (6 Pf/kWh) gegenüber einem Ölkessel (20 Pf/kWh), bei dem die Verteilverluste im Sommerbetrieb sehr hoch sind.

Wasser- und Energiekostencontrolling

Um den Energie- und den Wasserverbrauch in der Epiphanias-Kirchengemeinde zu kontrollieren, wurde für das Gemeindezentrum, die Kirche, den Kindergarten und für vier Mietwohnungen im September 1999 ein Energie- und Wasserkostencontrollingsystem in Betrieb genommen. Jeden Monat werden insgesamt 27 Zähler für Gas, Wasser, Wärme und Strom über ein Zentralgerät abgelesen, digital an die Stadtwerke übertragen und ausgewertet. Die zeitnahe Auswertung der Verbrauchsdaten ermöglicht die schnelle Einwirkung auf signifikante Verbrauchsabweichungen. Die Optimierung des Energieverbrauchs ist auf Dauer nur möglich, wenn der Energieverbrauch auf die wesentlichen Kostenstellen verursachergerecht aufgeteilt werden kann und wenn ständig aktuelle Daten über den Verbrauch vorliegen und ausgewertet werden. Das Einsparpotential liegt so bei etwa zehn Prozent.

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