Projekte der BauBeCon AG

In der Siedlungswirtschaft sind Wasser, Abwasser und der Nährstoffkreislauf wichtige Themen, welche in Zukunft stark an Bedeutung gewinnen werden. Zur Zeit wird der größte Teil der Nährstoffe, die wir mit der Nahrung aufnehmen, in die Gewässer abgeleitet oder mit stark verunreinigtem Klärschlamm entsorgt. Über das Abwasser gehen dabei die begrenzten Rohstoffe Phosphor und Kalium verloren. Um das zu verhindern, müssen die Abwasserströme wie der Müll gehandhabt werden, bei dem die Prinzipien: Müllreduzierung, Mülltrennung und Müllrecycling allgemein bekannt sind. Deshalb werden im Öko-Technik-Park Anlagen und Anlagenkomponenten betrieben und dargestellt, mit denen es möglich ist, die Nährstoffe, die wir mit der Nahrung zu uns nehmen, in einen Kreislaufprozess zu überführen. Dazu gehören Grauwasseranlagen, Trenn- und Vakuumtoiletten sowie Regenwasseranlagen.

Im Öko-Technik-Park gibt es vier verschiedene Systeme zur Grauwasseraufbereitung, die auf ihre Nutzungsfreundlichkeit und Effizienz im alltäglichen Gebrauch getestet werden. Als Grauwasseranlagen werden Systeme bezeichnet, die leicht verschmutzte häusliche Abwasser reinigen und dann für die Toilettenspülung wieder verwenden. In 48 Wohnungen der BauBeCon Immobilien GmbH wird dadurch der Wasserverbrauch um ein Drittel gesenkt.

Das Schilfbeet - die Natur macht‘s

In einem Mehrfamilienhaus mit 24 Wohnungen wurde eine Grauwasseranlage installiert, bei der die Wasseraufbereitung über ein Schilfbeet erfolgt. Eine 60 Quadratmeter große Schilffläche reinigt das Bade- und Waschmaschinenabwasser der 60 Bewohnerinnen und Bewohner.Die Wirkung des Schilfbeetes basiert auf aeroben und anaeroben Prozessen im Sandkörper.

Führung beim Schilfbeet

 Das aufbereitete klare Wasser wird anschließend in einem Vorratstank zwischengespeichert und dann über ein eigenes Rohrleitungssystem zu den Toiletten-Spülkästen geführt. Insgesamt können im Haus pro Jahr etwa 1.000 Kubikmeter Trinkwasser eingespart werden. Mit Wasser- bzw. Abwasserkosten von 10,30 Mark pro Kubikmeter ist diese Anlage wirtschaftlich.

Bioreaktor - Bakterien bei der Arbeit

Ein Bioreaktor

In einem weiteren Mehrfamilienhaus  wurde eine Grauwasseranlage für sechs Wohnungen mit 15 Personen installiert, bei der die Wasseraufbereitung über zwei Bioreaktoren erfolgt. Ein Bioreaktor besteht aus einem 1,5 Kubikmeter großen Kunststofftank, in dem Filzstreifen als Bakterienträger hängen. Acht Belüfter führen Luftsauerstoff zu. Das Wasser wird von den Bakterien aufbereitet. Aus dem unteren Behälterbereich wird das Betriebswasser für die WC-Spülung abgezogen.

Die Bioreaktoren wurden nach etwa einem halben Jahr stillgelegt, da ein reibungsloser Betrieb der Anlage trotz mehrfacher Optimierungsmaßnahmen nicht möglich war. In den Behältern vermischt sich das unaufbereitete Badewasser mit dem bereits aufbereiteten Betriebswasser. Dieses Mischwasser gelangt dann in die Rohrleitungen und Spülkästen, wo es fault und sich Klärschlamm bildet, der die Eckventile verstopft.

Mini-Kläranlage im Keller

In einem anderen Mehrfamilienhaus wurden sechs Wohnungen an eine Grauwasseranlage mit Tauchtropfkörper angeschlossen. Über separate Abflussleitungen wird das Waschmaschinen- und Badewannenabwasser von zwölf Personen in einer Mini-Kläranlage aufbereitet. Die Tauchtropfkörperanlage besteht im Wesentlichen aus vier Becken, durch die das Grauwasser fließt. Diese Abwasserreinigungsmaschine arbeitet wie eine Kläranlage mit Absetzbecken, Wasseraufbereitung durch Bakterien und desinfiziert das Wasser mit UV-Licht.

Der Tauchtropfkörper

Mit dieser Anlage beträgt die Trinkwassereinsparung 204 Kubikmeter pro Jahr. Allerdings ist die Anlage in dieser Siedlung nur zu 25 Prozent ausgelastet.

Von der Badewanne in den Spülkasten

Wahlventil der Ökowanne

Zwölf Wohnungen besitzen Ökowannen zur Grauwasseraufbereitung. Die Ökowanne hat einen 100 Liter fassenden Speicherbehälter unter der Badewanne, in den das benutzte Dusch- und Badewasser geleitet werden kann. Der Nutzer kann entscheiden, ob das Badewasser für die Toilettenspülung genutzt oder in die Kanalisation ableitet werden soll. In der Mitte des Behälters befindet sich eine Pumpe, die das Grauwasser umwälzt und bei Bedarf in den Spülkasten leitet. Wenn kein Betriebswasser zur Verfügung steht, wird der Spülkasten mit Trinkwasser gefüllt.

Aufgrund einiger Schwierigkeiten in der Anfangsphase sind von den zwölf Ökowannen nur noch vier in Betrieb. Durchschnittlich werden in den Wohnungen etwa 20 Prozent Trinkwasser eingespart.

Toiletten wie im ICE

Als weitere Möglichkeit, kostbares Trinkwasser zu sparen, Abwasserströme zu reduzieren und in Biogasanlagen zu nutzen, wurde in einem Mehrfamilienhaus eine Vakuumtoilettenanlage für 32 Wohnungen mit insgesamt 80 Personen eingebaut.Eine Vakuumtoilette Vakuumtoilettenanlagen werden bislang serienmäßig auf Schiffen, in Schnellzügen, in Flugzeugen und in Raumstationen eingesetzt.

Im Keller des Gebäudes steht ein Edelstahltank, aus dem Luft abgesaugt und über das Dach ausgeblasen wird. Mit Hilfe des Unterdrucks wird bei den Toiletten auf Knopfdruck ein Spülzyklus eingeleitet. Ein Abwasserventil öffnet sich, und 60 Liter Luft werden zusammen mit 1,2 Litern Wasser abgesaugt. Eine Vakuumtrenntoilette benötigt sogar nur noch 0,2 Liter Wasser für eine Urinspülung und 0,6 Liter für eine große Spülung. Durch den geringen Wasserverbrauch ist die Verwertung des Substrates in einer Biogasanlage möglich. Im ersten Betriebsjahr hat die Anlage die erwartete Einsparung von 84 Prozent voll erfüllt, das sind etwa 950 Kubikmeter Wasser.

Auch im energetischen Bereich werden im Öko-Technik-Park viele unterschiedliche Einsparungsmöglichkeiten und regenerative Quellen erprobt, um das Treibhausgas CO2 zu reduzieren.

Wärme und Strom vor Ort erzeugt

In dasselbe Mehrfamilienhaus, in dem auch die Vakuumtoilettenanlage installiert wurde, baute die WärmeService GmbH aus Hannover 1999 ein Blockheizkraftwerk (BHKW) ein. Diese Anlage erzeugt aus Erdgas umweltfreundlich und vor Ort Wärme zur Unterstützung der Heizung und gleichzeitig elektrische Energie. Das Herzstück des BHKWs ist ein Automotor von Ford. Es hat einen Gesamtwirkungsgrad von 93 Prozent (29 Prozent elektrischer und 64 Prozent thermischer Wirkungsgrad).Die Wärme des BHKWs wird in der Heizungsanlage des Hauses genutzt, der entstehende Strom wird direkt in das Stromnetz der Stadtwerke Hannover AG eingespeist.

Das Blockheizkraftwerk

Durch die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme wird ca. 40 Prozent weniger Brennstoff benötigt als bei getrennter Erzeugung von Strom in Kraftwerken und Wärme in Heizkesseln. Gleichzeitig vermindert sich der CO2-Ausstoß um einen ähnlich hohen Anteil. Im ersten halben Betriebsjahr hat die Anlage alle Erwartungen erfüllt. Sie wird zukünftig voraussichtlich 80.000 kWh Strom und 180.000 kWh Wärme erzeugen.

Neue Haut für alte Häuser

Ein Haus der BauBeCon Immobilien GmbH mit zwölf Wohnungen erhielt eine besonders gute Wärmedämmung und eine neue Dachheizzentrale mit Brennwertkesseln. Die energetische Sanierung des Gebäudes ist eines von 26 Einzelprojekten zur optimalen Altbausanierung, die von der Europäischen Union im Rahmen des Thermie-Programmes “Thermie-Altbau“ unter der Schirmherrschaft der Stadtwerke Hannover AG gefördert wurden. Querschnitt einer Wärmedämmverschalung

Das Haus wurde 1960 erbaut und hat eine Wohnfläche von 686 Quadratmetern. Im Rahmen einer kompletten Sanierung erhielten die Außenwände eine Thermohaut mit bis zu zwölf Zentimetern Wärmedämmung. Unter die Decke des unbeheizten Kellers wurden Hartschaumplatten montiert. Auch der Fußboden des nicht beheizten Trockenbodens wurde besonders gedämmt. Um einen direkten Vergleich zu haben, wurde das baugleiche Nachbarhaus etwas weniger isoliert. Bei der Analyse des Heizenergieverbrauchs aller am Thermie Altbau beteiligten Häuser wurde ein durchschnittlicher Heizenergiebedarf von 115 kWh pro Quadratmeter Wohnfläche ermittelt. Das entspricht einer Halbierung des Heizenergiebedarfs gegenüber dem Verbrauch vor der Sanierung.

Energiequelle Sonne

Um die Sonne als unerschöpfliche Energiequelle zu nutzen, sind auf den Dächern von zwei baugleichen Mehrfamilienhäusern thermische Solaranlagen installiert. Thermische Solaranlagen nutzen die Sonnenstrahlen für die Erzeugung von Warmwasser.Speicherkollektoren

Die Solaranlagen sind zwei von 19 Einzelprojekten zur solarthermischen Nutzung, die von der Europäischen Union im Rahmen des Thermie-Programmes “Garantierte Resultate aus Solaranlagen“ unter der Schirmherrschaft der ASEW gefördert wurden. Der Anlagenplaner, die Anlagenhersteller und der Anlageninstallateur garantieren eine Jahresmindestleistung der Solaranlagen von 6,5 MWh/Jahr.Beim Einbau der Speicherkollektoren

Auf die beiden baugleichen Häuser wurden zu Vergleichszwecken ähnlich große Solaranlagen (23,4 m2 und 24,6 m2 Kollektorfläche) von unterschiedlichen Herstellern installiert. Der solare Gewinn betrug pro Jahr durchschnittlich 8 MWh je Anlage. Thermische Solaranlagen im Wohnungsbau sparen in der Regel die Hälfte der Energie zur Erwärmung des Warmwassers. Im Sommer kann die Heizung ganz abgestellt werden, die ansonsten in einem Taktbetrieb das Warmwasser ständig nachheizen würde.

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